Ein Besuch in Bernkastel-Kues / Mosel

Bernkastel-Kues - der mittelalterliche Marktplatz mit Rathaus, Giebelfachwerkhäusern und Brunnen
Bernkastel-Kues - der mittelalterliche Marktplatz mit Rathaus, Giebelfachwerkhäusern und Brunnen

Meine Frau hatte vor 30 Jahren als junges Mädchen Bernkastel-Kues besucht. Im Rahmen unserer Moselreise im Juni 2016 stand deshalb ein Revivel-Besuch im Moselstädtchen an.

Bernkastel-Kues liegt im Moseltal zirka 50 Kilometer von Trier entfernt und hat knapp 7.000 Einwohner. Der mittelalterliche Marktplatz mit seinen Giebelfachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, unter denen das aus dem Jahre 1416 stammende schmale Spitzhäuschen besonders hervorsticht, ist die Hauptattraktion in Bernkastel. Das Fachwerkensemble zählt zu den schönsten an der Mosel, was dazu führt, dass der Strom der Touristen nicht abreißt, denn die zahlreichen Busse spucken ständig neue Besucher aus.

Seit 2005 darf sich Bernkastel-Kues Heilklimatischer Kurort nennen und versucht auf diesem Sektor neue Gäste zu gewinnen. Jährlich, jeweils am ersten Wochenende im September, findet in Bernkastel-Kues das große „Weinfest der Mittelmosel“ mit Umzug und großem Feuerwerk statt. Bekannt ist auch das alle zwei Jahre stattfindende „Mittelalter Spectacel“.

Neben dem Tourismus ist Bernkastel-Kues auch heute noch vom Weinbau geprägt. Auf den Steilhänge rund um den Ort wird auf über 5.000 Hektar überwiegend Riesling aber auch Rivaner, Kerner und Dornfelder angebaut. Bekannt sind die Großlagen Münzlay, Badstube und Kurfürstlay, wobei die Einzellage „Bernkasteler Doctor“ innerhalb der steilen Großlage Badstube mit den dort erzeugten Rieslingweine zu den besten in Deutschland gehört. Die in Bernkastel ansässige Weinkellerei Peter Mertes KG ist die größte in Deutschland. Das Unternehmen vermarktet weltweit Moselweine und hat sich auch als Kunstmäzen hervorgetan.

Aus der Geschichte von Bernkastel-Kues ist folgendes zu berichten. Bereits die Römer schätzten den Moselwein. So ist es nicht verwunderlich, das sich in der Nähe der heutigen Burgruine Landshut wohl ein römisches Kastell befand. Die erste urkundliche Nennung von Bernkastel stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Mehrere Burgenbauten, der dritte um 1277, sind belegt. 1291 verlieh König Rudolf I. von Habsburg dem damals genannten „Berrincastel“ die Stadtrechte. Die zu der Zeit erbaute Burg Landshut erhielt diesen Namen erst im 16. Jahrhundert. Sie wurde 1692 durch Feuer zerstört. Die Burgruine ist seit 1920 im Besitz der Stadt und wird als Gaststätte benutzt. Der begehbare Bergfried ist ein beliebter Aussichtspunkt mit einen grandiosen Blick ins Moseltal.

1905 kam es unter preußischer Verwaltung zum Zusammenschluss der Stadt Bernkastel und dem gegenüberliegenden Winzerdorf Kues. Die Synagoge im Ort wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1945, erreichten die Bombadierungen auch die Moselstadt und zahlreiche Häuser rund um den Marktplatz und schließlich die Moselbrücke wurden zerstört.

Fazit: Trotz des starken Touristenandrangs muss man die einzigartige Fachwerkkulisse rund um den Marktplatz gesehen haben. Ein Besuch lohnt sich, auch wenn es schwierig ist, einen Platz in den Gaststätten und Weinschänken zu finden.
Von Norbert Conzen

Infos Bernkastel-Kues

Mosel-Gäste-Zentrum
Gestade 6
54470 Bernkastel-Kues
Fon 06531 500190
E-Mail: info‎@‎bernkastel.de

Weitere Infos auf der Homepage der Stadt Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bernkastel.de

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